Archive for the 'lesen' Category

Windowshopping

Wie ein riesiges Schaufenster eines Spielzeuggeschäfts
kommt mir mein Leben vor, völlig überwältigend
ist die Auswahl.

Wie ein kleines Kind, das vor der Auslage steht
komme ich mir vor – völlig überwältigt
von den Möglichkeiten.

Ich komme zu keinem Schluss und zu keiner Entscheidung
kein “Ja, ja! – Genau das ist es, was ich will”.
Und ich bleibe draußen, schaue Schaufenster,
auf alle Möglichkeiten die noch offen stehen.

Das Problem
ist natürlich – je länger ich draußen schaue
und nicht entscheide, was zuerst,
desto weniger Zeit bleibt zum Spielen – womit auch immer – übrig.

Go play, stupid!

ha(ar)gel

der hagel, der auf die straße
hagelt. auf die leute
mit haargel und leute mit bargeld
die gerne nicht im wetter
warten,
laufen.

~

die leute die während dem laufen beinahe ersaufen
weil das wasser von oben nach unten in den mund
und in die lunge läuft. das wasser das während dem laufen
beinahe von leuten ertrunken wird, von oben nach unten
und dann doch nur in die lunge.
lose-lose.

condensery

Poet’s work
by Lorine Niedecker

Grandfather
advised me:
Learn a trade

I learned
to sit at desk
and condense

No layoff
from this
condensery

Now I understand, what condensation means.

mini lessons learned

1
rather do things as good as you can
than do things while trying to be as good as somebody else

~

2
whatever is on your mind – write it down. as often as possible

~

3
try getting back your inner-childs view of things
as in 1 + enjoy it

what bothers me most

What bothers me most is that there are smarter people out there. Better people, doing more interesting and more important stuff. What bothers me is that there are more talented people doing better stuff than I do. They take better pictures with their cameras, they draw better images with their pencils and they say more beautiful things without having to even think a second about it beforehand.
So why should I even try doing better? Honestly at the moment I do not know. I just don’t. But I don’t know a reason I shouldn’t either.
hrm.

Bellen

Die drinnen bellen: “Du kommst hier nicht rein!”, und der draußen sagt: “Ich will hier eh nicht rein.”. Aber sie alle sprechen – beziehungsweise bellen –  einfach nicht die gleiche Sprache und verstehen sich nicht. So gesehen gäbe es keinen Grund sich aufzuregen, die Beteiligten wissen das aber leider nicht.

Danke, Danke, Dankeschön, Danke

:Danke, Danke, Dankeschön, Danke:

Das sagt er. Ziemlich häufig. Vielleicht hat er den höchsten Danke-pro-Minute-Schnitt der Welt. Wer weiß. Bedenkt man, dass in anderen Sprachen das Wort “Danke” viel kürzer sein könnte, sähe die Sache vermutlich wieder ganz anders aus.

Wie auch immer. Ziemlich häufig hört man jedenfalls dieses – je nach Sprache kurze oder lange Wort – wenn man bei ihm an der Kasse steht. Man hat fast das Gefühl, mit jedem Artikel der über den Barcodescanner gezogen wird – und mit jedem darauffolgenden Piepton der Kasse – schwingt ein kleines “Danke” mit.

Der Piepton der Kasse und das “Danke” des Kassiers verschwimmen und werden eins, sodass man sich die Frage stellt ob das “Danke” den Piepton auslöst, oder der Piepton das “Danke”.

Man hört “Danke!” und denkt “piep”. Man hört “piep” und denkt “Danke!”.

Er ist: Der freundlichste Kassier der Welt. Yeah.

The right place

Leute beobachtend in der U-Bahn zu sitzen, während man
Radioheads “Everything In Its Right Place” hört,
hat etwas Paradoxes. Und gleichzeitig etwas Versöhnliches
zwischen der Welt und mir.

~

Vermischtes I

Ich versuche zu sprechen,
doch alles was du mir gibst
sind Herzattacken.

~

Ich bin der Baum
der umfällt in einem Wald.
Wenn mich keiner hört,
gibt’s mich nicht.

~

Mein Puls geht wie ein Maschinengewehr,
wenn ich dich seh, noch ein bißchen mehr.

the other day